Home arrow Behandlungsschwerpunkte arrow Trichotillomanie

Situationen, in denen das Ausreißen der Haare typischerweise auftritt, sind z.B. Lesen, Telefonieren, Fernsehen, Autofahren, im Bett liegen oder auf Toilette sein. Während des Ausreißens sind die Betroffenen in der Regel allein. Etwa 75 Prozent der Betroffenen berichte, dass sie sich dieser Handlung oft gar nicht bewusst sind. Meist geht dem Haareausreißen eine innere Spannung voraus. Durch das Haareausreißen kommt es zu einer kurzen Entspannung, bis der innere Druck wieder steigt. Die kahlen Stellen und der wiederholte Verlust der Selbstkontrolle lösen Scham- und Minderwertigkeitsgefühle aus sowie Wut auf sich selbst.

Patienten mit Trichotillomanie beschreiben oftmals eine Reihe vermeidender Verhaltensweisen, um ihre Erkrankung vor den Mitmenschen geheim zu halten. Die Betroffenen vermeiden Situationen wie z.B. Schwimmen, Tanzen, Sport, Wind oder andere Situationen, in denen ihr Haarverlust offensichtlich werden könnte. Selbst den Partnern gegenüber wird die Erkrankung oftmals geheimgehalten. Aus Angst vor Entdeckung kommt es zu einer Einschränkung der sozialen Kontakte und damit auch zur Verminderung von Lebensqualität. Depressive Symptome, mangelndes Selbstvertrauen, soziale Isolation und Ängste sind die langfristige Folge.