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Bericht über das 1. Seminar für Angehörige von Zwangserkrankungen in Osnabrück vom 18.-19.04.2008

In den letzten Jahren ist das Bewusstsein unter medizinischen und therapeutischen Fachleuten für die Belastungen, die Angehörige im Zusammenleben mit psychisch Kranken erleben, zunehmend gewachsen. Gerade bei den Zwangserkrankungen ist das Einbeziehen der Familie und enger Angehöriger in das Zwangssystem ein häufiges Merkmal der Erkrankung. Verständnisschwierigkeiten, Konflikte und das Gefühl von Hilflosigkeit gegenüber der Erkrankung sind ebenfalls häufige Aspekte der vielschichtigen Problematik im Zusammenleben. Der Wunsch nach fachlicher Unterstützung auch für die Angehörigen wurde immer wieder an die DGZ herangetragen und auf den Zwangskongressen der DGZ formuliert.

Daraus entstand die Idee ein Seminar zu entwickeln, das speziell die Bedürfnisse der Angehörigen in den Mittelpunkt stellt. Neben der Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch unter Angehörigen und der damit verbundenen Entlastung, war es uns ein wichtiges Anliegen, die Angehörigen über die Erkrankung und deren Behandlung umfassend zu informieren. Ein vertieftes Verständnis über Auslösung und Aufrechterhaltung zwangstypischer Verhaltensweisen und Beziehungsgestaltung, sollte die Vorraussetzung für konkrete Hilfestellungen in zwangsrelevanten Konfliktsituationen schaffen.

Bei der Durchführung des Seminars wurde deutlich, wie sehr sich die Gefühle ähneln, die Angehörige im Umgang mit den Zwangserkrankten erleben. Häufig geäußerte Themen waren einerseits der starke Wunsche den Angehörigen zu unterstützen und andererseits Verzweiflung und Ärger bei Vereinnahmung und Verletzung eigener Grenzen. Die daraus entstehenden Schuldgefühle und Unsicherheiten wurden ebenfalls als zermürbend erlebt. Als Folge zeigten sich zunehmende Überforderungs- und Erschöpfungsgefühle.

Von daher zielten unsere konkreten Lösungsvorschläge und praktischen Übungen im Seminar stets darauf ab, eine gute Beziehung zum Zwangserkrankten möglich zu machen ohne das eigene Wohlbefinden zu vernachlässigen und ohne die Zwänge zu verstärken. Dafür übten die Angehörigen im Seminar ihre Gefühle und Wünsche zu äußern, Absprachen über ein verbessertes Zusammenleben zu treffen und auf ein ausgewogenes Verhältnis von Verantwortungsübernahme zu achten. 

Die Offenheit und das Engagement, mit der sich die Teilnehmer des Seminars eingebracht und Lösungsansätze mit uns entwickelt haben, hat uns sehr berührt und motiviert weitere Seminare für Angehörige anzubieten. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle noch einmal bei allen Teilnehmern ganz herzlich bedanken.