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Expositionsbehandlung/-verfahren

Die verhaltenstherapeutische Expositionsbehandlung hat sich bei der Behandlung von Zwängen, Ängsten und Phobien als besonders effektiv und erfolgreich herausgestellt.

Nach einer umfassenden Vorbereitung durchbricht der Patient mit Unterstützung des Therapeuten das Vermeidungsverhalten und begibt sich schrittweise in die für ihn angstauslösenden Situationen. In der Regel wird zunächst mit leichteren Übungen begonnen und die Schwierigkeit der Übungen langsam gesteigert. Dabei bestimmt der Patient selbst das Tempo, mit dem er sich den schwierigen  Situationen stellen möchte. Es geschieht nichts gegen den Willen des Patienten!  Wenn es dem Patienten gar nicht möglich ist, sich mit der angstauslösenden Situation zu konfrontieren, kann die Übung zunächst auch nur in der Vorstellung (in sensu) durchgeführt werden, bevor er diese in der Realität (in vivo) aufsucht.

Bei einer Angstexposition wird ein Patient mit Höhenangst beispielsweise ermutigt auf einen Turm zu steigen und in dieser für ihn stark angstauslösenden Situation zu verbleiben. In Begleitung des Therapeuten soll der Patient lernen die aufkommenden Ängste, die damit verbundenen Körperreaktionen und die Anspannung auszuhalten und nicht durch Verlassen der Situation zu beenden. Da der Körper nur eine begrenzte Zeit fähig ist, eine solche starke Angstreaktion aufrechtzuerhalten, sinkt die Angst nach einer gewissen Zeit von alleine ab. Dies ist eine Erfahrung, die der Betroffene bisher nie gemacht hat, da er die Situation immer vermieden oder aber verlassen hat, bevor die Angst nachgelassen hat. Er kann nun erleben, dass die Ängste und die Anspannung von ganz alleine abfallen und sich nicht - wie häufig befürchtet - ins Unermessliche steigern und er in Ohnmacht fällt oder stirbt. Es ist ihm nun möglich zu erleben, dass die Situation eigentlich nicht bedrohlich ist, seine schlimmsten Befürchtungen nicht eingetreten sind und er die Situation bewältigen kann.