Behandlungsschwerpunkte
Zwangserkrankungen
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Seite 1 von 2 Was ist eine Zwangserkrankung?Wir alle kennen harmlose Formen des Zwangs: Manche von uns erledigen Dinge immer in derselben Reihenfolge oder kontrollieren mehrmals, ob der Herd auch wirklich aus ist. Andere Menschen sind eher „pingelig“, legen mehr Wert auf Ordnung oder Reinlichkeit und putzen mehr als andere. Bei der Zwangserkrankung kommt es zur extremen Übersteigerung solcher Handlungen, die oft mit einem ausgeprägten Zeitverlust und extremen Schamgefühlen einhergehen sowie die Lebensführung massiv beeinträchtigen. Eine Zwangserkrankung kann aus Zwangsgedanken und Zwangshandlungen bestehen, häufig tritt beides gemeinsam auf: Zwangsgedanken sind immer wiederkehrende, als quälend empfundene Vorstellungen, Bilder und Impulse, die sich häufig auf aggressive, religiöse oder sexuelle Inhalte beziehen, aber auch auf z.B. Schmutz, Ordnung, Genauigkeit und Perfektion. Sie lassen sich kaum ignorieren oder unterdrücken, sondern tauchen immer wieder spontan und gegen den Willen der Person auf. Sie bewirken Unbehagen, Angst und Anspannung und lösen oftmals Schuldgefühle, Zweifel und Unsicherheit aus. Zwangshandlungen sind Verhaltensweisen, Handlungen oder auch Rituale, die Personen immer wieder und wieder tun müssen. Sie fühlen sich dazu gezwungen, obwohl sie die Handlung im Nachhinein als übertrieben und auch sinnlos ansehen. Es besteht ein starker innerer Druck diese Handlungen auszuführen, gegen den es schwer bzw. unmöglich ist, Widerstand aufzubringen. Zwangshandlungen äußern sich z.B. in exzessivem Händewaschen, dem Kontrollieren von Türen und Elektrogeräten, dem Ordnen u. Sammeln von Gegenständen oder auch dem wiederholten Zählen und Berühren von Dingen. Die Durchführung von Zwangshandlungen soll eine befürchtete Katastrophe verhindern und unangenehme Gefühle und Ängste verringern, die durch Zwangsgedanken ausgelöst werden. |